MZF-1 oder TSF, oder gar beides!!!

Die Freiwillige Feuerwehr Mörschied, stellte Mitte Mai 2009 ihr neues MZF-1 in Dienst. Das alte TSF aus dem Jahre 1985 auf der Basis eines Ford Transit war fast 25 Jahre alt und mittlerweile untermotorisiert, und überladen. So wurde im November 2009 gemäß Planung, durch die Verbandsgemeinde Herrstein bei Ford ein handelsüblicher Ford Transit Pritschenwagen, Turbo Diesel mit sechs Gang Getriebe, 140 PS, Zwillingsbereifung, Differenzialsperre, Vario- Anhängerkupplung bestellt. Januar bis Anfang März 2009 wurde bei der Firma Hensel in Waldbrunn die Feuerwehrgrundausstattung aufgebaut.

 

So wurden Rundumkennleuchten hinten und vorne, Plane und Spriegel, sowie BOS-Funk eingebaut und Leitungen für Digitalfunk vorgesehen. Weiter wurde von der VG Herrstein veranlaßt, noch einen Pumpenschlitten für die TS 8/8 einzubauen und die komplette Ladefläche mit Riffelblech und vier Fixierschienen zu versehen. In der Fahrerkabine wo eine Staffelbesatzung Platz findet, wurden zwei 2m-Band Handsprechfunkgerät und zwei Handleuchten mit Ladeerhaltung eingebaut. Dieses Fahrzeug war so als Mehrzweckfahrzeug für den Ausrückebereich 6 der VG Herrstein vorgesehen. Noch bevor das Fahrzeug bestellt bzw. ausgeliefert wurde waren die Feuerwehrkameraden in Mörschied sich einig, dass man wenigstens die Grundbeladung eines TSF wieder auf dem Fahrzeug haben wollte, man wollte nicht nur Versorgungsfahrten für andere machen. Dies wäre mit Sicherheit auch der Untergang einer der ältesten Feuerwehren (Gegründet 1826 und Urkundlich erwähnt) in unserem Land gewesen. So setzten sich die Feuerwehrkameraden zusammen und berieten wie man sich den weiteren Aufbau vorstellte.

Nachdem das Grundkonzept gefunden war, setzten sich Wehrführer Matthias Sohn und Hauptfeuerwehrmann Bernd Dalheimer zusammen und planten die genauen Details. Dabei besuchte man im Umkreis einige Feuerwehren, aber auch Firmen in ganz Deutschland, die Feuerwehraufbauten und Einbauten herstellen. Dabei nahm man nicht nur sehr viele Kilometer und Zeit in Kauf, man verglich die Produkte der einzelnen Firmen untereinander, fotografierte Details und überlegte wie man es vielleicht besser und vor allem aber billiger machen könnte. Da der weiter Aufbau durch die FFw Mörschied selber finanziert werden musste, entschloss man sich alles selber aufzubauen, da der finanzielle Rahmen sehr eng bemessen war! Wehrführer Matthias Sohn legte dem Gemeinderat Mörschied einen Antrag auf Finanzielle Unterstützung vor und erklärte sich bereit, dass Aufbaukonzept im Gemeinderat vorzustellen. Innerhalb von kurzer Zeit wurde ihm und seinem Stv. Hans-Ulrich Engel mitgeteilt, dass die Ortsgemeinde Mörschied der Feuerwehr einen Betrag zur Verfügung stellt.

Die beiden selbst gebauten Rollcontainer, Beleuchtungssatz und Technische Hilfe

Die Ortsansässige Fensterbaufirma, Röder Fensterbau stellte ebenfalls einen Betrag zur Verfügung, und etwas später stellte die VG Herrstein für den selbst finanzierten Aufbau auch noch einen Betrag zusätzlich zur Verfügung. Dies deckten die ungefähren Kosten die im Bereich von 11.000,- € ermittelt wurden, zum größten Teil ab. Man hatte ja noch den Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, der seine Unterstützung bereits zugesagt hatte. Ebenfalls wurden durch einig Mörschieder Bürger Geldbeträge gespendet! Mit 1400 geleisteten Arbeitsstunden, wurde durch die Feuerwehrkameraden Bernd Dalheimer, Bernd Ruppenthal, Benjamin Sohn, Peter Pertek, Adrian Faust, Hans-Ulrich Engel und Wehrführer Matthias Sohn das Aufbauprojekt in die Praxis umgesetzt. Der komplette Aufbau, einschließlich der Spriegel wurde mit Alu-Stellschienenprofilen von Ziegler erstellt. Die Ladefläche kann bei Dunkelheit mit drei zusätzlichen fest eingebauten Transistorleuten beleuchtet werden. Einzige Forderungen der VG Herrstein war es, zwei Quartratmeter Ladefläche durften nicht bebaut werden, um Versorgungsfahrten zu leisten und das Gesamt Gewicht durfte nicht überschritten werden. Man hatte sich entschlossen eine Alu-Rückwand einzubauen um Material befestigen zu können. Dort wurden Schaufel, Besen, Saugschläuche, Feuerwehraxt und Hooligan-Tool montiert. Im hinteren Teil der Ladepritsche wurden auf jeder Seite C- bzw. B Schlauchbuchten eingebaut, zusätzlich wurde auf der rechten Seite ein Auszug für die Strahlrohre und Warneinrichtungen eingebaut, sowie Stellflächen für die Schlauchtragekörbe und Materialkisten. Auf der linken Seite wurde das Kaminfegerwerkzeug sowie die beiden Schuttmulden zusätzlich verstaut.

Fahrzeugseite rechts, mit geladenem Rollcontainer TH

Um die zwei Quartratmeter gewährleisten zu können baute man zwei Rollcontainer die jeder Zeit geladen und an einen anderen Bestimmungsort gefahren werden können. Derzeit besitzt die Feuerwehr Mörschied, zwei selbst gefertigte Rollcontainer, nach dem Muster der Firma Hensel, die auch das Material für den Aufbau am MZF-1 und die Rollcontainer an die Feuerwehr lieferte. Einer der Rollcontainer ist mit einem kompletten Beleuchtungssatz, zwei Stative, Kabeltrommel 50m, Verlängerungskabel 10m, Verteilerstecker und Ersatzkanister bestückt.

Fahrzeugseite links, mit geladenem Rollcontainer Beleuchtungssatz

Der Zweite Rollcontainer ist für technische Hilfe und Katastropheneinsätze ausgelegt. Hier befinden sich, 3x Watthosen, 1x MAST Tauchpumpe, 1x STIHL Motorkettensäge mit Zubehör, 1x großer Werkzeugkasten, 8x Verkehrsleitkegel, 4x mobile Verkehrsblitzleuchten zur Sicherung und Verkehrsführung an Unfall- und Gefahrenstellen, Absperrband, zusätzlicher 1x 10kg Light Water Feuerlöscher, 2x Löschdecken, 1x Bergetuch und Arbeitsleinen. Für den Maschinist ist im linken hinteren Fahrzeugheckteil ein 2m-Band Handsprechfunkgerät und ein Handscheinwerfer mit jeweils dazu gehörigem Ladegerät angebracht. Zusätzlich wurden Frontblitzer, Rückfahrkamera und doppelte Rückfahrscheinwerfer durch die Feuerwehrkameraden ein- bzw. aufgebaut. In beide Seitenplanen und in der Heckplane des Aufbaues, wurden Stahlfederbänder eingearbeitet um die Feuerwehrkameraden durch die bei Wind herunter schlagende Fahrzeugplane nicht zu gefährden und ein besseres entnehmen der Feuerwehrtechnischenbeladung zu gewährleisten.

Der Ford Transit Baujahr 1985 stand 24 Jahre in unseren Diensten, im April 2009 wurde er durch unser neues MZF-1 ersetzt.

Das neue MZF-1